Positionspapier der Verfassten Studierendenschaft der Universität Münster Zur Novellierung des Gesetzes über die Hochschulen des Landes NRW


Protokoll Erstellt von: Referat für Hochschulpolitik

16 Seiten, 0.10 MB

 


Präambel

Die Ideologie des Wirtschaftsliberalismus hat im letzten Jahrzehnt Einzug in die bundesdeutsche, besonders aber auch die nordrhein-westfälische Hochschullandschaft gehalten. Die Gleichungen Hochschule = Dienstleister und Studierende = Kunden scheinen aus dem Blickwinkel der in Politik und Wirtschaft Entscheidungstragenden perfekt aufzugehen. Studiengebühren wurden eingeführt, Hochschulen externer Kontrolle unterstellt, die Freiheit der Studierenden arg beschnitten. Die Rufe nach Elite und Leistungsspitze mehrten sich, die bisherige Stärke der deutschen Hochschulen – nämlich kostenfreie, qualitativ hochwertige, egalitäre Bildung – wurde für falsch und nicht zielgerichtet erklärt.

Diesen Weg, der von vielen Gruppierungen unterstützt wird, halten wir aber für falsch. Gute Bildung ist grundsätzlich Menschenrecht, und um allen dieses Recht zu gewähren, muss sie auch kostenlos und für alle verfügbar sein. Niemand darf von Bildung ausgeschlossen sein, niemand darf aufgrund von irgendwelchen Hürden an der Aufnahme eines Studiums gehindert werden. Jeder und jede muss die Möglichkeit haben, seine oder ihre Bildungsbiographie nach eigenen Wünschen zu schreiben.

Probleme sind aber nicht nur im Studium und beim Studienzugang zu erkennen: Die Hochschulen haben ihre Freiheit konträr zu den Erwartungen eingebüßt: Die akademische Selbstverwaltung, eine der größten Errungenschaften der Wissenschaftslandschaft, hat beträchtlich an formaler Macht eingebüßt. Der zwischen den Hochschulen heraufbeschworene Konkurrenzkampf hat Studierenden wie Wissenschaftler_innen mehr geschadet als genutzt, kurz: Vorteile der Änderungen der letzten Jahre sind nicht erkennbar.

Unsere Erkenntnisse und Forderungen sind auf den folgenden Seiten zusammengetragen: Es muss ein dem unternehmerischen Treiben an Hochschulen endlich ein Ende gesetzt werden und faire Studienbedingungen für alle geschaffen werden.

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